Samstag, 11. Dezember 2010

Schicksalsschläge II

Schicksalsschläge II,


Ihr seit 5 Jahre alt, Diagnose Rheuma. Es heißt ihr werdet höchstens 13 Jahre alt. Natürlich versteht ihr nicht was Rheuma ist, doch mit den Jahren merkt ihr es. Es gibt Zeiten in denen ihr euch kaum bewegen könnt. Eurer Körper wird mit Penicillin voll gepumpt. Ihr weigert euch in einen Rollstuhl zu gehen. Immer wieder habt ihr eure auf und abs, doch immer wieder kommt ihr hoch. Schließlich zieht ihr um. Geht zu neuen Ärzten. Diese sind schockiert. Ihr habt so viel Penicillin im Blut das ihr eigentlich schon tot sein müsstet. Doch ihr überlebt. Ihr wollt keine Tabletten mehr nehmen. Ihr kämpft. Ihr werdet älter, älter als es die Ärzte vorher gesagt haben. Wieder habt ihr Tage wo ihr euch nicht bewegen könnt. Doch das macht euch weniger aus. Ihr bekommt X-Beine doch das ist egal. Ihr kämpft, bekommt neue Lebensfreude. Euer Selbstbewusst sein wird gestärkt. Ihr strahlt. Mit 19 zieht ihr aus, euer eigenes Heim. Niemand der euch immer an eure Krankheit erinnert.
Ihr geht zu einen neuen Arzt. Dieser sagt er glaubt kaum das ihr Rheuma habt. Doch wie kann das sein? Fast 15 Jahre lang wurdet ihr gegen Rheuma behandelt, habt Tabletten dagegen geschluckt! Und jetzt soll das alles gegen eine Krankheit sein, die ihr nicht einmal habt! Er macht Test und einige Tage geht ihr wieder zu euren neuen Arzt. Dieser teilt euch mit das ihr kein Rheuma habt, ihr habt Gicht! All die Jahre wurdet ihr gegen etwas falsches behandelt!! Ihr könnt es nicht fassen... Außerdem kommt heraus das ihr operiert werden müsst... eurer Hüftgelenk ist so abgenutzt (was auch die Schmerzen erklärt) das ihr ein Künstliches braucht. Doch trotz dieser Nachricht könnt ihr noch Lachen, seit unterwegs und sagt euch „Scheiß darauf, ich habe lang genug auf die Krankheit Rücksicht genommen, jetzt möchte ich etwas erleben!“


Ich bewundere diese Person für ihren Lebensmut, auch wen ich weiß das die Person ein elendiger Pessimist ist. Aber trotz allem lacht sie mit mir, ist mit mir unterwegs und bringt mich immer wieder zum lachen.

Ich an ihrer Stelle hätte mir wohl schon längst die Kugel gegeben. Ich wäre keine 13 geworden, einfach weil ich aufgegeben hätte. Natürlich hat diese Person auch oft aufgegeben, aber immer wieder kehrte der Lebensmut zurück Hut ab liebe Person, ich hoffe du nimmst es mir nicht übel das ich über dich geschrieben habe.

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